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    Gestresst, weil zu beschäftigt - Was nun?


Bist du gestresst, weil du zu viel los hast? Wenn du von morgens bis abends von einem Termin zum nächsten rennst und keine Zeit für dich selber hast, dann ist das auch ganz schön stressig. Denn um sich wohl zu fühlen, brauchen Menschen gleichermassen aktive wie ruhige Phasen.

Dieses Problem ist typisch für unsere Gesellschaft. Es gibt tausend Aufgaben zu erledigen, gleichzeitig ein riesiges Angebot an Freizeitaktivitäten. Da kann die Ruhe schon einmal zu kurz kommen.

Eigentlich wäre die Lösung für dieses Stressproblem einfach: weniger arbeiten und weniger unternehmen. Aber es klappt oft nicht.

Warum nicht? Welche Aussagen treffen für dich zu?

Wenn du weniger arbeitest, weniger unternimmst oder bestimmte Aufgaben ablehnst,...


…hättest du das Gefühl, Du wirst nicht gebraucht

Du fühlst dich gerne nützlich und tust deshalb oft Dinge für andere. Es ist eine gute Eigenschaft, hilfsbereit zu sein. Pass aber auf, dass diese Seite an dir nicht ausgenutzt wird.

Hast du Mühe mit dem „Nein“ sagen? Falls ja, kann es passieren, dass du dir deshalb zu viel aufbürdest. Zum Thema 'Nein sagen' findest Du hier mehr Informationen und Tipps.


…würdest Du Dich langweilen

Es gibt Menschen, die lieber gestresst, ja sogar überfordert sind, als sich zu langweilen. Vielleicht gehörst du zu dieser Gruppe. Wenn du an deiner Arbeit und deinen Aufgaben Freude hast, ist das auch in Ordnung.

Wenn dir jedoch das, was du tust, nicht gefällt und du nur arbeitest, weil du Angst vor dem Nichtstun und der Langeweile hast, wäre es gut, deine Situation zu überdenken.

Versuche, mehr Ruhepausen in deinen Alltag zu integrieren. Auch Pausen von nur wenigen Minuten können Wunder wirken. Mehr zum Thema findest du unter Relaxen/Entspannen.

Auch eine Phase, in der du nichts tust oder dich sogar langweilst, kann Gutes bewirken, z.B. können sich aus einem Langeweilegefühl Ideen für neue Vorhaben oder interessante Projekte ergeben.


…würdest Du Personen im Stich lassen

Menschen zu helfen ist eine sehr schöne Eigenschaft. Aber immer hilfsbereit zu sein und unterstützen zu müssen, kann auch sehr belastend werden.

Stell dir folgende Fragen:

  • Sind die anderen Personen ohne deine Hilfe wirklich so hilflos?
  • Können Ihnen nicht auch andere helfen (z.B. Freunde, Verwandte, Institutionen)?

Wenn dich deine Situation als Helfer oder Helferin überfordert, sprich mit einer Vertrauensperson oder einer Fachperson (Adressen findest du hier) darüber.

Versuche, ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der anderen und deinen eigenen zu finden, so dass auch du nicht zu kurz kommst und dein Leben geniessen kannst.


…würdest Du Dich schuldig fühlen

Tust du manchmal Dinge, die du eigentlich gar nicht willst, nur damit du dich nicht schuldig fühlst? Schuldgefühle sind sehr unangenehm. Viele Menschen leiden darunter. Indem jemand dich schuldig fühlen lässt, erhält er/sie Macht über dich und kann dich kontrollieren und manipulieren.

Überlege dir: Was würde passieren, wenn du für einmal nicht mitmachen würdest? Wären die Konsequenzen tatsächlich so schlimm?

Schuldgefühle zu überwinden ist nicht einfach. Es ist aber auch nicht nötig, dauernd unter ihnen zu leiden. Du musst nicht in einer Situation verharren, in der jemand dich mit fragwürdigen Methoden manipulieren kann.


…wärst Du für die anderen weniger interessant

Kann es sein, dass du Dinge tust, um bei Anderen gut anzukommen? Es ist verständlich, dass du von deinen Kollegen und Kolleginnen beachtet werden willst. Wer will das nicht? Nur kann der Preis, den du dafür zahlst, hoch sein, wenn du nicht mehr dich selber bist und Dinge tust, die du eigentlich gar nicht willst.

Ist dir die Meinung der Anderen denn wirklich so wichtig? Überlege dir gut, wie viel Macht du anderen über dein Leben geben willst und wie wichtig für dich die Leute sind, bei denen du gut ankommen willst. In ein paar Jahren hast du vielleicht schon keinen Kontakt mehr zu ihnen.


…würdest Du Erwartungen nicht mehr gerecht werden können

Wir haben in unserem Leben verschiedene Rollen, denen wir gerecht werden müssen, z.B. als Geschwister, Freund oder Freundin, Tochter oder Sohn. In so einer Rolle kannst du dich wohl fühlen, es kann aber auch sein, dass sie von dir mehr fordert als du geben kannst.

Stell dir Folgendes vor: Deine Eltern erwarten von dir, z.B. dass du im Sport tolle Ergebnisse bringst, in der Schule gute Noten hast, regelmässig im Haushalt mithilfst und dein kleiner Bruder will, dass du ihm bei den Hausaufgaben hilfst. Da bleibt wenig Zeit, um Freunde zu treffen oder für die eigene Erholung…

Wenn du das Gefühl hast, Erwartungen nicht gerecht werden zu können, überlege dir:

  • Stimmt diese Rolle für dich so wie sie ist?
  • Kannst du z.B. weniger tun, dich anders verhalten, und deine Rolle immer noch erfüllen?
  • Kannst du die Dinge so tun, wie sie dir besser liegen und auf diese Weise deine Rolle anders gestalten?

In dem von uns beschriebenen Beispiel könntest du einen Zeitplan aufstellen, der zeigt, wie viel Zeit du zum Erfüllen deiner Pflichten brauchst, wie viel Zeit für dich selbst und um dich zu erholen. Wenn du gut argumentieren kannst, verstehen deine Eltern, dass du mit der momentanen Situation überfordert bist und wahrscheinlich ist es für sie in Ordnung, wenn du weniger tust.

Wenn sich das Problem nicht lösen lässt und du zum Schluss kommst, dass deine soziale Rolle dich daran hindert, dich wohl zu fühlen und dein Leben zu entfalten, sprich mit einer Vertrauens- oder Fachperson darüber (Adressen findest du hier). Dein Wohlbefinden ist ebenso wichtig wie das Wohlbefinden der Anderen.


 
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